Auch bei genauem Hinsehen ist weit und breit kein vernünftiger Grund zu erkennen, weshalb das Waldstadion verkauft werden muss.

Schon seit längerer Zeit wird in den Amtsstuben des Rathauses und in der Umgebung der Ratsversammlung darüber geredet, dass die Sportanlagen an der Windallee inklusive Waldstadion und Tivoli nicht mehr den modernen Ansprüchen genügen und dass es besser wäre, die Anlagen insgesamt zu verkaufen und vielleicht irgendwo im Gelände der Gemeinde neu wieder aufzubauen oder auch nicht.

Die Teilnehmer an diesem Geraune haben mit der Zustandsbeschreibung natürlich Recht, wenn sie meinen, dass sich die angesprochenen Anlagen in einem Zustand der ruinösen Verlotterung befinden.

Darin sind wir uns alle einig, dass zwischen Waldstadion und Tivoli endlich aufgeräumt werden muss.

Vor über 100 Jahren hat der Vareler Turnerbund damit begonnen, an der Windallee Sport zu betreiben. Nach dem Krieg haben bekannte Mitglieder der Vareler Sportszene – neben vielen anderen gehören dazu Hans Heller, Egon Lege und Hannes Testa – das Waldstadion mit trickreicher Organisation und persönlicher Tatkraft aufgebaut. Das war ein wesentlicher und unvergessener Impuls für den Neuanfang in Varel.

Gepflegt wurden die Sportanlagen – diese Aufgaben konnte der VTB auf Dauer nicht übernehmen – mit einem minimalen Aufwand. Dafür war die Stadtverwaltung zuständig, denn die Anlagen dienten auch für den Sportunterricht der Schulen.

In letzter Zeit hat man sich ganz besonders wenig um einen guten Zustand der Sportanlagen gekümmert – deutlich erkennbar am Schlackenplatz. Damit eins klar ist: Diese Vorwürfe richten sich nicht gegen die Bediensteten der Stadt, die vor Ort gute Arbeit leisten. In der Kritik stehen allein Rat und Verwaltung.

Ebenfalls in letzter Zeit sind immer wieder Vorstöße zu bemerken, das gesamte Sportgelände inklusive Waldstadion und Tivoli an startbereite Investoren zu verkaufen. Für das ganze Gebiet gibt es bereits seit Jahren eine sehr übersichtliche Skizze für den Straßenverlauf und die Position der Häuser im neu geplanten Wohngebiet – einzusehen in einem Gutachten, in das alle vorhandenen Sportstätten aufgenommen wurden und über ihre mögliche Weiterverwendung nachgedacht wurde.

Ganz nebenbei: auch die Weberei ist bekanntermaßen schon vor Jahren in den begehrlichen Blick von Investoren geraten.

Will man denn ein Sportforum bauen, über dessen Ausgestaltung und Umfang außer dem Bau von bis zu drei Kunstrasenplätzen nichts an Planung außer ein paar nebelhaften Floskeln des Bürgermeisters vorhanden ist, reicht die Anschubfinanzierung aus Bundesmitteln, die offenbar zur Verfügung stehen.

Daraus aber abzuleiten, dass die Sportanlagen an der Windallee überflüssig wären und nicht mehr gebraucht werden, ist dummes Zeug.


Heiko Scheepker
(Für die KLARE KANTE – Wählergemeinschaft für Varel und Friesland)