Alle, wirklich alle, wissen seit Jahrzehnten davon, wie und wo und auf welcher „Rechtsgrundlage“ der Abfall, der Müll und auch die Gefahrstoffe entsorgt worden waren, die da mit der Zeit in der Stadt angefallen sind.

Niemand, weder die Bürgermeister, der Rat und die Verwaltung, aber auch nicht die Bürger können irgendeinen vernünftigen Zweifel daran haben, wo all dieses überflüssige und in großen Teilen auch gefährliche Zeug geblieben war. Völlig ungesichert, irgendwo in
der Stadt – da liegt es noch heute. So wurde das Müllproblem vor der geregelten Müllabfuhr „geregelt“.

Überall wächst die Begehrlichkeit nach Baugrundstücken. Besonders an den schönen Lagen in unserer Stadt herrscht eine große Nachfrage, die lassen sich gut vermarkten.

Als nun vor einigen Jahren unbedingt ein „Portal“ am Strand von
Dangast gebaut werden sollte, wurde zur Finanzierung Geld gebraucht. Man verfiel darauf, einen bedeutenden Teil des Dangaster Kliffs an einen potenten Investor zu verkaufen.

Das muss man sich einmal vorstellen: Da sitzen der Bürgermeister, der Rat, die Verwaltung und der Kurdirektor, und ebenso auch die Vertreter der Käuferseite in langen vertraulichen Beratungsrunden über viele Tage, Wochen, Monate und vielleicht sogar Jahre beisammen, um sich über die Bedingungen des Geschäfts abzustimmen. Da geht es um Grundstücksgrößen und Baulandpreise und vielleicht auch noch einiges Kleingedruckte. Und keiner, wirklich keiner, will gemerkt haben, dass da irgendetwas nicht stimmt, dass es sich eigentlich um eine Mülldeponie handelt, über die da verhandelt wird? Ein solches Geschäft durfte nicht zustande kommen.

Ja doch, Bodenproben wurden dann später auch noch genommen, alles sollte doch seine Ordnung haben; belastbare Konsequenzen hat man daraus nicht ziehen können.

Kürzlich ist Material, das offensichtlich aus der Deponie ausgetreten ist, gefunden worden, das sich nach einer eingehenden Untersuchung als ein wirklich gefährlicher Schadstoff herausstellen könnte. Jetzt sollen flächendeckend neue Proben gezogen und auf Schadstoffe untersucht werden. Danach möchte man ein Ergebnis präsentieren. Damit werden wir uns gründlich beschäftigen.

Im Laufe der Zeit, da gibt es keine andere Möglichkeit, müssen sämtliche „wilden“ Deponien von Grund auf saniert werden.

Bei der jetzt offen zutage getretenen Ahnungslosigkeit aller Beteiligten am Grundstücksgeschäft in Dangast ist davon auszugehen, dass zukünftig niemand mehr mit Hinweisen auf besondere Gefahrstoffe und die Positionen ihrer Lagerung an die Öffentlichkeit treten will. Die
Gefahrstoffe der Stadt Varel sind über viele Jahrzehnte in großen Mengen in der Landschaft verteilt worden, in jeder der 34 „wilden“ Deponien könnten sie zu finden sein.

Zugegeben, die Sanierung wird viele Jahre dauern und viel Geld, sogar
sehr viel Geld, kosten. Dazu wird es sehr schwierige Verhandlungen geben; anfangen müssen wir sofort. Auf Amtsträger mit gutem Gewissen werden wir uns dabei nicht verlassen.

Wer soll diesen Spaß bezahlen, wer muss für dieses Debakel an unserem ehemals so schönen Strand in Dangast letztendlich geradestehen? Völlig klar, das ist die Stadt Varel, das sind wir alle! Grundstücke müssen frei von Lasten übergeben werden; so sieht es das Gesetz vor.

 


Heiko Scheepker
für die KLARE KANTE – Wählergemeinschaft für Varel und Friesland